Andrea Schütze
Weshalb schreiben Sie, Frau Schütze?
"Schriftstellerin zu werden war der erste Berufswunsch, an den ich mich erinnern kann. Noch vor Primaballerina. Ich sah mich schreibend, vorzugsweise unter einem Baum (Kirsch- oder Birnbaum, wegen des Proviants!), an einem Tisch (antik, honig-
farben), mit Tischdecke (weiß, Spitzenborte). Darauf ein üppiger Strauß pastellfarbener Teerosen, eine Wasserkaraffe und ein Kristallglas. Der nahe Fluss gurgelt, die Vögel singen und gut erkennbar im Hintergrund: das schwedische/südfranzösische/englische Landhaus aus der Wohnzeitschrift. Wahlweise konnte der Fluss natürlich auch ein Meer sein, die Vögel Möwen und das Haus in den Dünen der Hamptons stehen, ich war relativ offen für Vorschläge. Hauptsache das Ambiente stimmte …
Später als Diplom-Psychologin hörte ich erst einmal viele Jahre den Lebensgeschichten anderer Menschen zu.
Endlich schreibe ich wieder meine eigenen auf. Und es gibt tatsächlich einen Holztisch, einen Baum, ein Haus und einen Fluss, nur anders, aber genau richtig.
Wenn meine Erzählungen es schaffen, dass sich nur ein paar Kinder mehr abends auf die (Vor-)Lesezeit in ihrem Bettchen freuen, wenn sie Gespräche zwischen Eltern und Kindern anregen oder Ideen in den Familienalltag transportieren, wäre mir dies eine große Ehre und ein noch größerer Ansporn.
Und falls sich irgendwann einmal ein erwachsen gewordenes Kind an meine Bücher erinnert, weil es von ihnen in der Kindheit ein Stück begleitet, berührt oder beglückt worden ist, schlösse sich der Kreis.
Deshalb schreibe ich."
Herzlichst,
Ihre
Andrea Schütze
Mehr zur Autorin unter:
www.andrea-schuetze.de
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